News | Christian Herzog

PROTEST GEGEN SFV-ENTSCHEIDUNG

SAALFELDEN, SALZBURG (Mittwoch, 20. Mai 2020) – In einer gemeinsamen Entscheidung haben sich der  FC Pinzgau und SAK 1914 entschlossen, dass beide Vereine beim Salzburger Fußballvorband (SFV) gegen die Entscheidung des Vorstandes über die Vergabe der Salzburger ÖFB Cup Plätze Protest einlegen. Wir sind gemeinsam der Ansicht, dass der Vorstand des SFV in seinem Ermessen für die Vergabe der Cup-Plätze die abgeschlossene Herbstrunde berücksichtigen hätte müssen und verweisen dabei insbesondere auf das Rechtsgutachten von o.Univ.-Prof. Dr. Karollus vom 11.4.2020.

Dr. Karollus spricht bei der Vergabe der europäischen Startplätze die klare Empfehlung aus, dass - sofern keine Spiele mehr durchgeführt werden können – die Vergabe der Startplätze nach den derzeit bestehenden Tabellen vorzunehmen sei. Ungeachtet der Frage, ob die Meisterschaft als solche gewertet würde, seien die bereits durchgeführten Spielrunden, in denen noch dazu jeder Verein je zweimal gegen jeden anderen Verein gespielt hat, womit auch die Grunderfordernisse für einen Meisterschaftsbewerb gemäß den ÖFBMR erfüllt sind, jedenfalls  eine ausreichend solide Basis für eine daran anknüpfende Auswahl der Teilnehmer an den europäischen Wettbewerben.
Aus Sicht des FC Pinzgau Saalfelden und des SAK 1914 muss das auch für die Regionalliga Salzburg gelten, nachdem ein kompletter Durchgang mit je zwei Spielen gegen jeden Verein durchgeführt worden ist.

Für die Vergabe des UEFA Startplatzes für ein nicht ausgespieltes Finale des ÖFB – Cups wird vorgeschlagen, dass der ÖFB den für den Sieger des ÖFB Cups bestimmten Platz an die ÖFBL freigibt, sodass sich alle europäischen Startplätze aus der Abschlusstabelle des Grunddurchganges in der höchsten Spielklasse der ÖFBL ableiten würden.
Diese Vorgehensweise wäre aus Sicht des FC Pinzgau Saalfelden und des SAK 1914 auch für den nicht durchgeführten Landescup heranzuziehen.

Die Vergabe der ÖFB-Cup Plätze für Salzburg liegt im Ermessen des SFV. Hier verweisen wir neuerlich auf das zitierte Gutachten: Der Vorstand des SFV ist wie der Vorstand des ÖFB nicht völlig frei in seinem Ermessen, sondern es kommt ihm ein gebundenes Ermessen zu. Zu beachten seien neben den allgemeinen Prinzipien des Vertrauensschutzes, der Gleichbehandlung und der Wahrung der Interessen der Vereine auch die Wertungen, die den einschlägigen Regulativen zu entnehmen sind.

Es hätte berücksichtigt werden müssen, dass in der Regionalliga Salzburg (neben Tirol und Vorarlberg) anders als in anderen Ligen das Mindesterfordernis für einen Meisterschaftsbewerb gemäß den ÖFBMR erfüllt wurde und damit eine Wertung laut den einschlägigen Regulativen vorliegt.

Die teilnehmenden Vereine durften darauf vertrauen, dass die sportliche Leistung im Herbst jedenfalls Berücksichtigung findet – sofern in irgendeinem Ermessen möglich. Hier gilt es insbesondere auch zu berücksichtigen, dass einer der beiden erstplatzierten Vereine jedenfalls im Frühjahr einen ÖFB-Cup Platz erspielt hätte.

Es widerspricht aus unserer Sicht der Gleichbehandlung der Vereine, wenn Mannschaften, welche im Vorjahr bereits für ihre sportliche Leistung mit der Teilnahme am ÖFB Cup "belohnt" wurden, neuerlich teilnehmen dürfen, obwohl eine neue sowie valide sportliche Wertung vorliegt, welche die Mindesterfordernisse der ÖFBMR erfüllt. Aus unserer Sicht wurden mit dieser Entscheidung die Interessen der erstplatzierten Vereine der Regionalliga Salzburg nicht berücksichtigt.

Anders als der SFV hat beispielsweise der VFV die besten drei Mannschaften des Herbstdurchganges für den ÖFB-Cup nominiert hat.

Sowohl dem SAK 1914 als auch der FC Pinzgau ist bewusst, dass der Vorstand des SFV in einer schwierigen Situation Entscheidungen treffen musste. Wir sind jedoch in der Verantwortung gegenüber unseren Sponsoren, Fans, Mitgliedern und Eigentümern, die Interessen unserer Vereine bestmöglich zu vertreten. Wir haben daher die Pflicht, unsere Rechtsposition zu bestmöglich zu wahren. Wir appellieren an den SFV, seine Entscheidung zu überdenken, und der Empfehlung des Karollus-Gutachtens zu folgen.

Im Herbst 2019 spielte der FC Pinzgau die bisher beste Herbstsaison in der Regionalliga seit Gründung (13-3-2, 42 Punkte, 2. Platz), 10 Punkte vor dem Drittplatzierten Seekirchen. SAK 1914 beherrschte die Liga mit einem unglaublichen 17-1-0 (52 Punkte) und gewann 17 Spiele in Folge nach einem Unentschieden am Eröffnungstag gegen Anif. Und wäre verdienter Maßen eigentlich Salzburger Landesmeister.

32 Mal haben andere Teams aus Salzburg uns (SAK und FCPS) nicht besiegt. Unsere gemeinsame Statistik gegen die anderen acht Vereine war 28-4-0 mit einer Tordifferenz von +85.

Wir halten ausdrücklich fest, dass wir selbstverständlich jede Entscheidung des SFV mittragen, wo es auf Grund der außergewöhnlichen Situation keine andere Möglichkeit gibt. Das ist hier jedoch nicht der Fall. Wir sind der festen Überzeugung, dass auf Basis des vorliegenden Gutachtens, die sportliche Leistung beider Vereine im Herbst berücksichtigt hätte werden müssen. Insbesondere, weil es nicht um die Frage Auf- oder Abstieg geht, sondern um die Vergabe von Startplätzen für den ÖFB Cup im Ermessen des SFV.

FC Pinzgau Saalfelden                                                                SAK 1914